Lewandowski führt Bayern ins CL-Achtelfinale

Die Bayern besiegten die PSV Eindhoven mit 2:1. Foto: Marius Becker
Die Bayern besiegten die PSV Eindhoven mit 2:1. Foto: Marius Becker

Der herausragende Torjäger Robert Lewandowski hat den FC Bayern München ins Achtelfinale der Champions League geführt. Bei der Rückkehr von Stürmer-kollege Arjen Robben nach Eindhoven sorgte der polnische Fußball-Nationalspieler mit zwei Toren im Alleingang für den 2:1 (1:1)-Sieg der Münchner bei der PSV. Mit neun Punkten sind die Bayern schon zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen, zugleich winkt zum Abschluss der Gruppenphase noch das Endspiel um Platz eins gegen Vorjahresfinalist Atletico Madrid.

 

Lewandowski war nicht nur wegen seiner Champions-League-Tore Nummer 35 und 36 der überragende Mann auf dem Feld (34. und 74. Minute), bei drei weiteren Aluminiumtreffern hatte er zudem Pech. Rückkehrer Robben, dessen großartige Karriere in Eindhoven von 2002 bis 2004 Fahrt aufgenommen hatte, konnte dagegen kaum Glanzpunkte setzen und wurde nach 64 Minuten unter dem Applaus seiner Landsleute ausgewechselt und nach Spielschluss noch gefeiert. Zu der Zeit hatten die Gastgeber, die durch ein Tor von Santiago Arias in Führung gegangen waren (14.), von einem Erfolg noch geträumt.

 

«Mit dem Spiel können wir nicht hundertprozentig zufrieden sein, mit dem Ergebnis schon. Alles in allem hätte der Sieg um ein Tor höher ausfallen können. Wir wollten gewinnen, damit wir aus eigener Kraft Erster werden können. Von daher war es ein guter Tag», sagte Thomas Müller und Trainer Carlo Ancelotti betonte: «Wir sind weiter, das ist wichtig. Jetzt haben wir zwei Spiele um Platz eins zu holen.»

 

Zunächst gab es aber nichts zu bejubeln, nachdem die Bayern von den Gastgebern ausgekontert worden waren. Nach einer Flanke von Bart Ramselaar konnte Bayern-Schlussmann Manuel Neuer einen Kopfball von Davy Pröpper noch parieren. Den Abpraller brachte aber Arias im Tor unter, wenngleich der Treffer nicht hätte zählen dürfen. Der Kolumbianer hatte zuvor klar im Abseits gestanden.

 

Es war ein kleiner Schock für die Bayern, die in dieser Phase für einige Ungenauigkeiten und Konzentrationsmängel bestraft wurde. Dabei hatte es zunächst vielversprechend begonnen. Schon in der zweiten Minute setzte Thomas Müller, der wie Joshua Kimmich und Mats Hummels im Vergleich zum Augsburg-Spiel neu in die Startelf gekommen war, einen Schuss knapp neben das Tor. Kurz darauf war es Lewandowski, der mit einem Kopfball aus 15 Metern über PSV-Keeper Remko Pasveer hinweg nur die Latte traf (4.).

 

Die Münchner hatten allerdings ihre Probleme mit der dicht gestaffelten Hintermannschaft der Niederländer, die aus einer Fünfer-Abwehrkette agierten und mit überfallartigen Kontern ihr Glück versuchten. Dazu haderten die Münchner mit dem Schiedsrichter Gianluca Rocchi, der den Gästen nach der Fehlentscheidung beim Gegentor in der 29. Minute auch einen durchaus berechtigten Elfmeter verwehrte. Per Klammergriff war Lewandowski im Strafraum von Hector Moreno bearbeitet worden. Trotzdem traf der Pole mit seinem Kopfball noch den Pfosten.

 

Kurz darauf bekamen die Münchner aber doch den fälligen Strafraum. Nach einer Hereingabe von Philipp Lahm sprang Andrés Guardado der Ball an die Hand, Lewandowski ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen. Es war auch eine Belohnung für das gute Spiel des Bundesliga-Torschützenkönigs, der im Angriff ständig für Unruhe sorgte.

 

Und noch vor der Pause hätte Arturo Vidal beinahe auf 2:1 erhöht, doch Champions-League-Debütant Pasveer war beim Kopfball des Chilenen noch zur Stelle. Gerade in dieser Phase hatte der FC Bayern das Spiel gut im Griff. Sichtlich bemüht war dabei auch Robben, der bei seiner Rückkehr aber keine Glanzpunkte setzen konnte. Der Starstürmer war mit Applaus verabschiedet worden, schließlich hatte er einst in Eindhoven groß aufgespielt.

 

Groß spielten im zweiten Durchgang auch die Bayern auf. Der Halbfinalist aus dem Vorjahr drängte die PSV weit in die eigene Hälfte zurück, es kam kaum mehr zu Entlastungsangriffen. Nur die letzte Konsequenz fehlte, sei es bei einem Schuss von David Alaba (54.) oder einem Kopfball von Hummels (59.). Dazu hatte Pasveer einen glänzenden Tag, so entschärfte der Keeper eine Großchance von Vidal (62.), den anschließenden Schuss von Müller kratzte Moreno von der Linie.

 

Ancelotti setzte fortan ganz auf Offensive und brachte mit Douglas Costa und Kingsley Coman zwei Außenstürmer und wurde belohnt. Nach Flanke von Alaba traf Lewandowski eiskalt. In der 85. Minute traf der Pole zudem erneut die Latte. (DPA)