Chevrolet Camaro: Die Corvette des kleinen Mannes

Er kommt wieder: Chevrolet wagt eine Neuauflage des Camaro. Foto: Chevrolet
Er kommt wieder: Chevrolet wagt eine Neuauflage des Camaro. Foto: Chevrolet

Chevrolet wagt eine Neuauflage des Camaro. Ab Sommer 2016 wird es den Sportwagen als Coupé und Cabrio auch hier geben. Es ist bereits die sechste Generation. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften aber etwas über dem zuletzt mindestens 39 990 Euro teuren Vorgänger liegen.

 

Alles neu und trotzdem ganz der alte

Beim Design haben die Amerikaner genau die richtige Balance zwischen Zukunft und Vergangenheit gefunden:

Obwohl bis auf das Logo am Heck jedes Teil neu ist, das Format ein wenig beschnitten wurde und das Auto deshalb viel gedrungener und drahtiger wirkt, erkennt man es auf Anhieb als Camaro. Und auch wenn er irgendwie aussieht wie immer, ist er deshalb kein bisschen retro oder gar einfallslos.

 

Willkommen in der Neuzeit

Während man außen deshalb fast schon zweimal hinschauen muss, um die Generationen zu unterscheiden, fährt man innen wie in einer neuen Welt. Die Amerikaner tragen dem Mythos mit moderner Ausstattung und viel Liebe zum Detail Rechnung. Die Lenkradheizung mag zwar überflüssig sein. Schließlich sollte dem Fahrer in einem Sportwagen auch so warm ums Herz werden.

 

Die Instrumente sind aber übersichtlich, der Bildschirm zeigt schärfere Grafiken als jeder Tablet-Computer. Die Sitze sind bequem für einen 1000-Meilen-Ritt und bieten Halt für 1000 Kurven. Die Klimaregelung ist fast so filigran wie im Audi TT.

 

Neue Lust an Kurven

Fast noch größer sind die Unterschiede unter dem Blech. Der neue Camaro teilt sich die Plattform jetzt mit dem Cadillac ATS, speckt knapp zwei Zentner ab, bekommt ein neues Fahrwerk. Erstmals wird er mit adaptiven Dämpfern angeboten, die sich bis zu 1000 Mal pro Sekunden der Fahrbahn anpassen. Außerdem lässt sich das gesamte Set-Up auf Knopfdruck dem Fahrstil und den Vorlieben des Fahrers anpassen.

 

Das wirkt: War der letzte Camaro vor allem ein vorlauter Showstar, der eher für Kavalierstarts konzipiert war als für die Kurvenhatz, macht die sechste Generation vor allem außerhalb der Stadt eine bessere Figur. Auch der neue Jahrgang hämmert mit jeder Menge Dampf davon. Wer die Launchcontrol aktiviert, kann dabei ordentlich Gummi von den breiten Hinterrädern hobeln. Die Radien des Camaro sind leichtfüßig, präzise und beherrschbar.

 

Downsizing? Darüber können Camaro-Fahrer nur lachen

Dabei ist der Antrieb über jeden Zweifel erhaben. In Amerika gibt es den Camaro auch als Vierzylinder mit nur 2,0 Litern Hubraum oder als 3,6-Liter-V6. Nach Europa kommt er ausschließlich als V8-Modell mit dem legendären Smallblock-Motor aus der Corvette, der mit 6,2 Litern Hubraum allen Downsizing-Gedanken spottet.

 

Zwar klingt das Triebwerk überraschend verhalten. Doch wenn der Drehzahlmesser auf 6000 Touren schnellt, die Leistung auf bis zu 339 kW/461 PS steigt und maximal 617 Nm ihre segensreiche Kraft entfalten, ist einem Hören und Sehen ohnehin längst vergangen.

 

In 4,0 Sekunden auf Kollisionskurs mit dem Horizont

Wer in 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h fährt, der hat ganz andere Sorgen als die Klangfarbe des Soundtracks. Ob der Camaro bei 250 km/h abgeriegelt wird oder vielleicht sogar 270 schafft, wird da nicht minder nebensächlich. Und der Verbrauch spielt ohnehin keine Rolle. Egal, ob nun wie beim 318 kW/432 PS starken Vorgänger 14,1 Liter in der Liste stehen (C02-Susstoß 329 g/km), ob der Sportwagen mit dem Generationswechsel etwas sparsamer wird oder ob man für die zusätzliche Leistung öfter tanken muss.

 

Nüchtern betrachtet ist der Camaro hoffnungslos unvernünftig und per se ein Umweltsünder. Wer mit Emotion fährt, dem sind die Emissionen ohnehin egal. Und was man dem Tankwart im Camaro möglicherweise mehr bezahlen muss als in einem BMW M4 oder einem Audi RS5, das spart man bei der Anschaffung.

 

Fazit: Kultivierter Kraftakt

An Kraft hat es dem Camaro nie gemangelt und an Charakter erst recht nicht. Doch mit feinerem Ambiente, modernerer Ausstattung und vor allem einem kultivierteren Fahrverhalten wird aus dem ungehobelten Kraftmeier für lahme Highways und sanfte Byways ein Sportwagen, der sich auf kurvige Landstraßen und Autobahnen ohne Tempolimit freut.

 

Datenblatt: Chevrolet Camaro SS

Motor: V8-Benziner
Hubraum: 6162 ccm
Max. Leistung: 339 kW/461 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 617 Nm bei 4400 U/min
Antrieb: Hinterradantrieb
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe

 

Maße und Gewichte

Länge: 4,78 m
Breite: 1,89 m
Höhe: 1,34 m
Radstand: 2,81 m
Leergewicht: 1672 kg
Zuladung: k.A. kg
Kofferraumvolumen: k.A. Liter

 

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: ca 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,0 s
Durchschnittsverbrauch: k.A. Liter/100 km
Reichweite: k.A. km
CO2-Emission: k.A. g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: Eu6
Energieeffizienzklasse: k.A.

 

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: Acht Airbags, Stabilitäts-Kontrolle, Sportbremsanlage
Komfort: Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Lenkradheizung

 

Kosten

Basispreis des Chevrolet Camaro SS: ca. 45 000 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: k.A. Euro/Jahr

 

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

 

(DPA-INFOCOM)