Geflügelhalter befürchten weitere Ausbrüche der Vogelgrippe

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). Foto: Holger Hollemann/Archiv
Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). Foto: Holger Hollemann/Archiv

Die Vogelgrippe ist im Südwesten inzwischen wieder auf dem Rückzug - doch die Geflügelhalter im Land sorgen sich bereits um weitere Ausbrüche des Virus. «Sie wird wiederkommen, und dann ist die große Frage, was man tun kann», sagte der Vorsitzende des Geflügelwirtschafts-verbands Baden-Württemberg, Anton Weiß. «Denn wenn diese Dinge öfter passieren, stirbt die Freilandhaltung. Und das ist ja genau das, was wir nicht wollen. Wir müssen das Problem Vogelgrippe in den Griff kriegen.»

Wegen der Vogelgrippe war von Mitte November 2016 an eine zunächst landesweite Stallpflicht verhängt worden, die später gelockert wurde. Ab Mitte März galt die Regelung dann nur noch punktuell, unter anderem für die Ufergebiete des Bodensees und der Flüsse Rhein und Main sowie für die Donau im Stadtgebiet Ulm. Bis dahin wurden rund 300 Wildvögel positiv auf den aggressiven Virustyp H5N8 getestet, Nutzgeflügel war jedoch nicht betroffen. Am Freitag läuft die Stallpflicht aus und wird allen Anzeichen nach nicht verlängert. In Stuttgart will Agrarminister Peter Hauk (CDU) erläutern, welche Vorsichtsmaßnahmen dennoch weiter nötig sind.

 

Bislang habe die Vogelgrippe für die Geflügelhalter im Südwesten auch keine finanziellen Nachteile mit sich gebracht, sagte Weiß. Die betroffenen Betriebe hätten ihre Eier weiterhin als Freilandeier verkaufen können und daher keine Einbußen hinnehmen müssen. Dennoch habe die Geflügelpest über einen so langen Zeitraum Nerven gekostet.

 

Das hat auch Andreas Gronmaier vom Riesenhof bei Ravensburg erlebt: Der Betrieb, der zur Bruderhausdiakonie gehört, hält rund 700 Hühner in drei mobilen Ställen - alle paar Wochen wechseln die Fahrzeuge den Standort. Das sei durch die Stallpflicht nicht möglich gewesen. «Wir haben aber Gott sei Dank sieben große Gewächshäuser», sagte Gronmaier. «Da haben wir Schleusen angebaut und sind mit den Hühnermobilen ran gefahren - so dass die Tiere in die Gewächshäuser rein konnten. Sie hatten rund 500 Quadratmeter zur Verfügung.»

 

Grundsätzlich sei es für Tiere nicht gut, monatelang in einem Stall gehalten zu werden, sagte Gronmaier weiter. Zudem konnte der Riesenhof die Gewächshäuser nicht für den Pflanzenanbau nutzen. «Das war für uns ein Riesen-Nachteil, weil wir später in die Saison gestartet sind und auf den ersten Salat verzichten mussten. Das war aber der Preis, den wir gezahlt haben.» Um für einen erneuten Ausbruch der Vogelgrippe gerüstet zu sein, habe der Betrieb günstige provisorische Ställe gekauft. (DPA/LSW)