Direkter Versand: Smartphone aus Asien kann zollfrei sein

Ein Großteil der nach Deutschland versandten Smartphones wird in Asien produziert. Seit Juli 2016 wird bei den Geräten ab einem bestimmten Warenwert kein Zoll mehr erhoben. Foto: Till Simon Nagel
Ein Großteil der nach Deutschland versandten Smartphones wird in Asien produziert. Seit Juli 2016 wird bei den Geräten ab einem bestimmten Warenwert kein Zoll mehr erhoben. Foto: Till Simon Nagel

Immer mehr asiatische Hersteller verschicken Smartphones oder Tablets auch direkt an Käufer aus Europa. Auf solche Mobilgeräte aus bestimmten Ländern wie China werden seit Anfang Juli keine Zollgebühren mehr fällig. Ab einem Warenwert von 151 Euro greift nur noch die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent, berichtet das Telekommunikations-portal « Teltarif.de». Bei Warenwerten zwischen 23 und 150 Euro fiel auch schon vorher kein Zoll, sondern nur die Einfuhrumsatzsteuer an.

Bei einem Warenwert der Geräte bis 22 Euro werden ohnehin keine Einfuhrabgaben erhoben. Der Warenwert setzt sich aus Artikelpreis und Versandkosten zusammen.

 

Damit Verbraucher bei Bestellungen aus dem Ausland schon vorher wissen, was an Abgaben auf sie zukommt, bietet das Bundesfinanzministerium die Berechnungs-App «Zoll und Post» für Android und iOS an. Außerdem können Fragen telefonisch unter 0351/44 83 45 10 oder per E-Mail an info.privat@zoll.de gestellt werden.

 

Hintergrund der neuen Zollfreiheit ist eine Erweiterung des Information Technology Agreement (ITA) der Welthandelsorganisation (WTO). Ein erster Schritt der Vertragserweiterung um weitere 20 Technikprodukte, die zollfrei werden sollen, trat am 1. Juli 2016 in Kraft. Vollständig abgeschlossen sein soll der Zollabbau in den WTO-Mitgliedsstaaten bis Anfang Juli 2019. Neben Mobilgeräten sollen nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom etwa auch SSD-Festplatten, Tintenpatronen für Drucker, Videokameras oder GPS-Geräte zollfrei werden. (DPA/TMN)