Südwesten bleibt wegen Impfgegnern im Fokus der WHO

Eine Masernimpfung. Foto: Lukas Schulze/Archiv
Eine Masernimpfung. Foto: Lukas Schulze/Archiv

Wegen vergleichsweise geringer Impfquoten gegen Masern bleibt der Südwesten nach Angaben des Landesgesundheitsamts im Fokus der Weltgesundheitsorganisation. Zwar sei die von der WHO angestrebte Impfquote von 95 Prozent im Land fast erreicht, hieß es am Dienstag beim Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Es gebe aber eine ganze Reihe von Inseln, auf denen die Impfquote deutlich darunter liege, berichtete Expertin Iris Zöllner.

Um Masern und Röteln eines Tages zu eliminieren, achtet die WHO auf Einhaltung der Quoten.

 

So gebe es einige Waldorf-Schulen oder -Kindergärten, hieß es beim Landesgesundheitsamt weiter, in denen nur 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen Impfschutz hätten. Dort sei die Skepsis gegenüber Impfungen besonders ausgeprägt. Präsidentin Karlin Stark machte aber deutlich: «Wir stehen voll hinter den Impfempfehlungen: Es ist ein kleiner Piks, der lebenslangen Schutz bietet.»

 

In Europa sind durchschnittlich rund 95 Prozent der Kinder gegen Masern geimpft. Trotz der recht hohen Rate bricht die Krankheit immer wieder aus. Betroffen sind dann meist Erwachsene, die nicht geimpft waren, oder Gruppen, die das Impfen aus religiösen Gründen ablehnen. Flüchtlinge würden das Impfangebot vergleichsweise gerne annehmen, berichtete Stark: «Die sind froh, weil sie die Krankheiten teils aus ihrer Heimat noch kennen.» (DPA/LSW)