Große Unterschiede trotz kleiner Zinsen: Baukredite prüfen

Den Kaufvertrag für die Traumimmobilie unterschreiben: Bei der Suche nach der günstigsten Finanzierung lohnt es sich, die Konditionen mehrerer Anbieter genau zu vergleichen. Foto: Andrea Warnecke
Den Kaufvertrag für die Traumimmobilie unterschreiben: Bei der Suche nach der günstigsten Finanzierung lohnt es sich, die Konditionen mehrerer Anbieter genau zu vergleichen. Foto: Andrea Warnecke

Auch in Zeiten niedriger Zinsen zahlt es sich aus, wenn Kreditnehmer die Konditionen von Darlehensverträgen vergleichen. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die jetzt in der Zeitschrift «Finanztest» (Ausgabe 3/2016) veröffentlicht wurde. Demnach verlangen teure Anbieter etwa 40 bis 80 Prozent mehr an Zinsen als die günstigsten Kreditgeber. Die Höhe der Zinsen für einen Immobilienkredit wird unter anderem von der Zinsbindung, dem Wert der Immobilie sowie dem Anteil des Eigenkapitals beeinflusst.

 

Die Warentester haben die Angebote von mehr als 100 Banken, Versicherern, Vermittlern und Bausparkassen für fünf Finanzierungsfälle analysiert - und deutliche Unterschiede festgestellt. Für ein Haus mit einem Wert von etwa 400 000 Euro suchten sie beispielsweise einen Kredit mit einer Darlehenssumme von 360 000 Euro, einer Zinsbindung von 15 Jahren und drei Prozent Tilgung. Bei diesem Musterfall, der auch eine flexible Rückzahl-Option hatte, summierte sich der Zinsunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot auf rund 66 500 Euro.

 

Wer einen Kredit für seine Finanzierung sucht, sollte darauf achten, dass er für eine flexible Rückzahlung nicht teuer bezahlen muss, raten die Warentester. Kreditnehmer können das Recht auf eine Sondertilgung bei vielen Banken mittlerweile kostenlos in Anspruch nehmen: Üblich ist, dass Kunden rund fünf Prozent der Darlehenssumme im Jahr zusätzlich tilgen dürfen. Viele Verträge enthalten außerdem die Option, den Tilgungssatz während der Zinsbindung innerhalb einer fest vereinbarten Spanne mehrfach kostenlos zu ändern.

 

Geht es darum, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, können Kreditnehmer unter Umständen von staatlichen Förderungen profitieren, etwa von günstigen Krediten und Wohnförderprogrammen der KfW-Bank. Zusätzlich lohnt es, sich bei Kommunen und den Ländern nach Förderprogrammen zu erkundigen - sie werden gerade für Familien oft angeboten. Für manche kann auch Wohn-Riestern eine Option sein. Bei den meisten Angeboten gilt: Um die Förderung zu erhalten, muss man sie beantragen, bevor man das Bau- oder Kaufprojekt startet. (DPA/TMN)