Charlie Sheen bestätigt HIV-Infektion

Charlie Sheen ist HIV-positiv. Foto: Rick Giase
Charlie Sheen ist HIV-positiv. Foto: Rick Giase

So offen kann nur Charlie Sheen über Sex und Prostituierte reden, über Rauschgift und Alkohol. Und über das Aids-Virus. «Ich muss einräumen, dass ich in der Tat HIV-positiv bin», sagt der 50-Jährige in der «Today»-Show des New Yorker Senders NBC. Aber: Er habe kein Aids, beteuern der Patient und sein Arzt live im Fernsehen. Sheen bestätigt zugleich, dass er um Millionen erpresst wurde. Genau deshalb sei er in die Öffentlichkeit gegangen. «Ich will mich selbst aus diesem Gefängnis entlassen.»

Kaum zu glauben, dass Hollywood dieses Geheimnis vier Jahre bewahrt hat. Er wisse «nicht so genau», wo er sich angesteckt habe. «Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an», sagt er. «Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist.» Sein Arzt sagt, dass Sheen sofort auf starke Medikamente gesetzt wurde. Jeden Tag nehme er vier Tabletten, «und wir sind felsenfest davon überzeugt, dass er alles sehr verantwortungsvoll macht». Sheen beteuert, dass er kein Rauschgift mehr nehme. «Aber trinken? Ja, schon noch. Klar.»


Sheen war mit der im Jahr 2003 gestarteten Serie «Two and a Half Men» einmal der bestbezahlte Schauspieler des Fernsehens. In der Sitcom, in der er wieder einmal den trinkenden Schürzenjäger spielte, kassierte er in den besten Zeiten mehr als eine Million Dollar (gut 930 000 Euro) pro Folge. Die Hauptrolle des Charlie Harper verlor er im Jahr 2011 nach mehreren öffentlich gewordenen Eskapaden.


Heute sei seine finanzielle Situation «nicht großartig». Der Grund: Sheen wurde erpresst und hat dafür bezahlt, «es waren Millionen». Angeblich sogar um die zehn Millionen Dollar, hieß es von NBC.


«Eine Prostituierte war bei mir, und nachdem ich gesagt hatte, "Danke für deine Zeit, wir werden uns nicht wiedersehen", wollte sie mehr Geld. Sie hatte ein Foto von den Medikamenten gemacht.» Dieses Geld hätten die Erpresser seinen Kindern weggenommen, sagt Sheen wütend. Gefragt, ob er noch immer zahle, sagt er: «Von heute an nicht mehr.»


Waren es tatsächlich nur Erpresser? Oder musste Sheen an Frauen zahlen, die er angesteckt hatte, wie US-Medien spekulieren. «Unmöglich! Es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe», beteuert er. Und er habe jeder Sexpartnerin vorher erzählt, dass er infiziert sei. «Ohne Ausnahme!»


Sein Arzt Robert Huizenga betont, dass die HI-Viren in Sheens Blut kaum nachzuweisen seien. «Es ist nur eine unglaublich niedrige Wahrscheinlichkeit, einen anderen anzustecken.» Sofern man geschützten Sex hat. Allerdings: Nur eine halbe Stunde zuvor hat Sheen eingeräumt, dass er auch noch ungeschützten Sex hatte. «Ja! Aber die beiden sind in Behandlung meines Arztes.»


Sheen sei «sexuell extrem aktiv» gewesen, sagt Interviewer Matt Lauer. Ob er jetzt Klagen erwarte: «Ich bin mir sicher, dass das das Nächste ist.» In 35 Staaten ist es strafbar, eine Infektion vor dem Sex zu verschweigen. Sheen gerät ins Stottern, stammelt etwas und endet mit: «Ich kann hier nur meine Wahrheit erzählen.»


Schon zuvor hat es viel Unterstützung für den 50-Jährigen gegeben. «Mein Herz blutet. Bete für Charlie und seine Familie», schreibt zum Beispiel Heather Locklear, die mit ihm in «Chaos City» gespielt hat. Fans wünschen ihm Stärke, bezeichnen seinen Auftritt als mutig, und einer schreibt gar: «Was für ein großer Mann!» Aber es gibt auch kritische Stimmen. Sehr kritische. Und einer schreibt, bei Sheens Lebenswandel sei die Infektion eigentlich kein Wunder. Sheen darauf: «Hmm, ja, das ist nicht völlig verrückt.» (DPA)